Knappschaft des Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers e.V. 1990 - Macht Kohle - 2019
Knappschaft des
Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers e.V.

Steinkohlenmulde Leukersdorf-Seifersdorf

Der ehemalige Ferdinandschacht

Auf der Höhe zwischen den Tälern Erlbach, Kirchberg und Ursprung liegt der ehemalige Ferdinandschacht am Fürstenweg. Er wurde Mitte des 1856 errichtet, war 734 m tief und reichte bis zum Urgebirge. Es wurden kohleführende Schichten gefunden, die aber eine zu geringe Mächtigkeit aufwiesen. Der Schachtbetrieb wurde deshalb 1864 eingestellt. Der Ferdinandschacht gehörte zum Erlbach-Leipziger Steinkohlenbauverein. Das Faktorhaus am Alten Schachtweg diente als Verwaltungsgebäude und wird heute zu Wohnzwecken genutzt. Zu erwähnen ist noch der ehemalige Eintracht-Schacht, der dem Lugau-Erlbacher Steinkohlenbauverein angehörte. Der Schacht befindet sich an der Flurgrenze zu Lugau.

Heute sind aus den Schächten bewaldete Halden geworden. In unmittelbarer Nähe des Ferdinandschachtes kann man im Landschaftsschutzgebiet "Hirschgrund" wandern und die Natur genießen.

Quelle:tu-freiberg

Zeittafel Ferdinandschacht

Der Haltepunkt Ursprung

Die Station Ursprung wurde 1885 an der vorrangig dem Steinkohlentransport dienenden Bahnstrecke Neuoelsnitz (ehem. Höhlteich) - Lugau - Wüstenbrand (1858 bis Lugau und 1879 bis Neuoelsnitz eröffnet) errichtet. Anfangs diente die nahe gelegene Restauration als Warteraum. Ein Güterschuppen wurde im Jahre 1902 errichtet. Bereits 1903 wurde der beschränkte Stückgutverkehr eingeführt. Darauf folgend wurde 1904 der allgemeine Güterverkehr, einschließlich Tierverkehr möglich. Die Station erhielt dadurch den Status einer Haltestelle. Die Bedeutung des Begriffs "Haltestelle" wird historisch nicht immer korrekt verwendet. In allen bekannten Akten wird Ursprung ab dato jedoch als Haltestelle bezeichnet. Das Bahnhofsgebäude wurde erst im Jahr 1910 errichtet und stellt einen Typenbau der Königlich sächsischen Staatseisenbahnen dar. Ein Überhol- und ein Ladegleis hinter dem Bahnsteig in Richtung Lugau, sowie die zugehörige Sicherungstechnik (Signale, Riegel, Kurbelwerk) wurden 1912 errichtet. Dadurch wurde die Haltestelle Ursprung zum Bahnhof aufgewertet. In den folgenden Jahren bis 1971 gab es keine größeren dokumentierten Änderungen am Bahnhof Ursprung. 1971 wird der Bahnhof durch den Ausbau der Nebengleise zum Haltepunkt herabgestuft. Die handbediente Schranke wurde 1976 durch eine zugbediente Halbschrankenanlage abgelöst. Ursprung ist ab 1976 ein unbesetzter Haltepunkt. Später wurde das Bahnhofsgebäude als Lagerraum umgenutzt. Am 10.08.1990 wurde der Personenverkehr auf der Strecke eingestellt und der Haltepunkt Ursprung verlor nach 105 Jahren seine eigentliche Funktion.

Die "Letzte Fahrt" Ursprung - Lugau

Am 23.12.2000 führte der Verein "Lugauer Eisenbahnfreunde" mit seinem LVT 172 003 eine Sonderfahrt von Chemnitz über Stollberg und Oelsnitz/Erzgeb. nach Lugau durch. Anlaß war der alljährliche Weihnachtsmarkt in Lugau, der traditionell am 4. Advent stattfindet. Gleichzeitig wurden auch noch 2 Pendelfahrten nach Ursprung angeboten. Weiter Richtung Wüstenbrand ging es letztmalig 1999, da der Streckenabschnitt Wüstenbrand - Mittelbach - Ursprung seitdem wegen Oberbaumängeln gesperrt war. Im Jahre 2001 wurde der Abschnitt Ursprung - Lugau ebenfalls gesperrt, sodass die am 23.12.2000 durchgeführten Fahrten die "Letzten Fahrten" darstellten, was zum damaligen Zeitpunkt noch nicht absehbar war. Die formale Stilllegung der Strecke durch das Eisenbahnbundesamt erfolgte schlußendlich im Jahre 2003.

Haltestelle Ursprung 70iger Jahre

Seit 1997 betreute der Verein "Lugauer Eisenbahnfreunde e.V." die Haltestelle und sorgte für eine weitestgehend originale Wiederherstellung des Bahnhofsgebäudes sowie des Umfeldes. Das Bahnhofsgebäude wurde innen in den Stil der 60er Jahre versetzt. Aus Mangel an historischen Innenaufnahmen ist dies weitgehend fiktiv und könnte jeden ähnlichen sächsischen Bahnhof in dieser Zeit repräsentieren. Die Fassade des Bahnhofsgebäudes wurde in den letzten Jahren in Teilen wieder dem historischen Vorbild entsprechend erneuert. Diese Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Zur Vervollständigung des Außengeländes wurde ein sächsischer Freiabtritt aus Niederrabenstein umgesetzt. Dieser wurde ebenfalls in den letzten Jahren erneuert. Die gesamten Anlagen des Haltepunkts stehen unter Denkmalschutz.

Quelle: www.haltestelle-ursprung.de