Knappschaft des Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers e.V. 1990 - Macht Kohle - 2018
Knappschaft des
Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers e.V.

Grubenunglücke & Das Gedenken

Aus der Vielfalt von Ursache und Wirkung und aus jahrhundertelangen Beobachtungen und Erfahrungen lassen sich als besondere Feinde des Bergmannes Gas, Wasser und Feuer erkennen.
Nicht minder wirkungsvoll und unglücksverheißend sind auf dieser Skala die Brüche verschiedenster Art zu finden.

Aus dem 1. Vierteljahrhundert des Bergbaus im hiesigen Revier sind keine Aufzeichnungen zu Schachtbrüchen und deren Opfer mehr vorhanden.
Im Hinblick auf die Unvollkommenheit der Anlagen und fehlenden Erfahrung der ersten Bergleute, waren es sicher nicht wenige, die in Mitleidenschaft gezogen wurden oder zu Tode kamen.

Schachtbrüche

Neue Fundgrube in Lugau 1867

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Die schrecklichste Tragödie im Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier bleibt der Schachtbruch von 1867 in der Neuen Fundgrube in Lugau. Durch die Weigerung der Grubenleitung einen zweiten Schacht anzulegen, kamen bei diesem Unglück 101 Bergleute - mangels Fluchtmöglichkeit - ums Leben.

Illustration für die Leipziger Illustrierte Zeitung 1867 von Herbert König



Gedenkstein an der Kirche in Lugau

Desweiteren ereigenten sich noch vier weitere Brüche, welche Bedeutung erlangt haben.

Otto-Schacht in Niederwürschnitz

Der durch Bolzenschrotzimmerung ausgeführte Schachtausbau gab nach und rutschte ab. 1868, nur 13 Jahre nach dem Beginn des Abteufens, wurde der Schacht durch den Bruch größtenteils verfüllt.

Saxonia-Schacht I in Lugau

1856 abgeteuft, war der Schacht bis zu einem Schachtbruch 1883 in Betrieb und wurde nach diesem Bruch abgeworfen.
1960 näherte sich der Abbau des Nordfeldes dem ehemaligen Füllort des Saxonia-Schachtes und es gelang dorthin vorzudringen und den Ort in Augenschein zu nehmen.

Vereinsglück-Schacht II in Oelsnitz

Am 3. September 1894 ging der in Förderung stehende Schacht im Bereich von 262m-300m Teufe zu Bruch und verfüllte den Schacht.
Nach der Wiederaufgewältigung bis 1898, war der Schacht noch 70 Jahre in vollem Betrieb.

Carl Schacht in Lugau

Am 25. Januar 1904 brach der bereits in Verfüllung stehende Förderschacht und riß das Treibehaus und ein Glockentürmchen mit in die Tiefe.

Schlagwetterexplosionen

Der wohl gefährlichste Feind des Bergmannes ist der Austritt von Gasen aus dem Gestein und der Steinkohle untertage.

Im Lugau-Oelnsitzer Steinkohlerevier sind zwei schwere Katastrophen zu verzeichnen.

Ida-Schacht in Hohndorf

1885 kamen 17 Bergleute bei einer Schlagwetterexplosion ums Leben

Friedenschacht in Oelsnitz

Am 24. Januar 1921 kamen bei einer Schlagwetterexplosion hier 57 Bergleute ums Leben.


Gedenkstein auf dem Oelsnitzer Friedhof